Wissensbereich - Marmeladengläser

Marmelade braucht nach dem Einkochen ein Gefäß, in dem sie luftdicht verpackt gelagert werden kann. Für diesen Zweck gibt es traditionelle und neuartige Gefäßvarianten. Welches Marmeladenglas bewahrt den Fruchtaufstrich besonders gut, bis er aufs Brot gestrichen wird?

 

Das Schraubdeckelglas als Standardverpackung für Konfitüre und Marmelade

Marmeladengläser mit Schraubdeckel

Im Handel zu kaufen gibt es Konfitüre und Marmelade hauptsächlich in sogenannten Twist-Off Gläsern mit Schraubdeckel. Zum Teil ist sie auch in Plastikbechern oder Dosenverpackt erhältlich. Für die selbstgemachte Marmelade kommt von diesen Varianten nur eine in Frage, das Schraubdeckelglas, Hausgemachte Marmelade wird auch gerne in die leeren Gläser fertig gekaufter Marmelade abgefüllt. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass ein Glas nicht mehr richtig schließt. So etwas kommt vor allem dann vor, wenn das Marmeladenglas unter Einsatz eines Löffelstiels oder eines ähnlichen Werkzeugs geöffnet wurde. Bei einem solchen Vorgehen kann der Deckel verbiegen, ohne dass diese Beschädigung sichtbar ist. Ein wiederverwendetes Marmeladenglas kann aber auch dann undicht sein, wenn ein ähnlicher Deckel von einem anderen Glas aufgesetzt wurde, der nicht exakt passt. Die Undichtigkeit fällt meist erst dann auf, wenn die Marmelade beim Öffnen des Gefäßes verschimmelt ist. Wer seine Marmeladengläser mehrfach verwenden möchte, sollte daher besonders darauf achten, sie schonend zu öffnen.

 

Vorteil beim Schraubdeckel: Schnell und einfach

Schraubdeckelgläser haben den Vorteil, dass sie nach dem Einfüllen von Marmelade, Konfitüre oder Gelee sehr leicht zu verschließen sind. Einfach Deckel aufsetzen, das Glas mit Küchenhandschuh oder Handtuch festhalten und den Deckel festdrehen. Das Verschließen der traditionelleren Marmeladengläser gestaltet sich typischerweise aufwändiger. Welche Alternativen gibt es zum Schraubdeckelglas?

 

Marmeladengläser ohne Schraubdeckel verschließen

Eine traditionelle Variante des Verschlusses von Marmeladengläsern ist Cellophan. Das ist eine transparente Folie, die wie Papier aus Zellulose hergestellt wird. Sie ist wasserdicht, luftundurchlässig und verhindert das Eindringen von Keimen, reißt aber leicht ein. Für den Verschluss von Marmeladengläsern mit Cellophan wird das Material so zugeschnitten, dass es allseitig einige Zentimeter größer ist, als die jeweilige Glasöffnung. Wer besonders sicher gehen will, dass die Marmelade nicht verdirbt, schneidet ein weiteres Stück der Folie so zu, dass es genau in die Öffnung passt. Diese zweite Folie wird zunächst in hochprozentigen Alkohol eingelegt und dadurch keimfrei gemacht. Dazu eignet sich zum Beispiel 54-prozentiger Rum. Nach dem Einfüllen der Fruchtmasse wird diese Folie direkt aus dem Alkoholbad auf die Oberfläche der Marmelade gelegt. Anschließend legt man die größere Folie über die Glasöffnung und zieht sie stramm, so dass die Oberfläche absolut faltenfrei ist. Danach wird die Folie mit Gummiringen oder einem Faden am Hals des Marmeladenglases fixiert. Beim Erkalten der Fruchtmasse entsteht ein Unterdruck unter der Folie. Es ist daher gut zu erkennen, ob ein Marmeladenglas korrekt verschlossen ist. Die Folie ist dann nach unten gewölbt ist und fühlt sich hart an. Ein solcher Test sollte aber vorsichtig erfolgen, um die Folie nicht zu beschädigen, beispielsweise mit einem langen Fingernagel.

 

Das unvergleichliche Pflaumenmus aus dem Steinguttopf

Der Verschluss mit Cellophan ist auch bei der Lagerung von Marmelade in Steinguttöpfen üblich. Diese Art der Aufbewahrung hat besonders beim Pflaumenmus Tradition. Das gebrannte Tonmaterial dieser Gefäße lässt Feuchtigkeit zu einem gewissen Grad nach außen dringen. Der Topf gibt dem klassischen Pflaumenmus dadurch für die unnachahmliche Konsistenz und den typischen Geschmack, die sich erst nach einer längeren Lagerung einstellen.


Das Weckglas als Marmeladenglas nutzen

Weckgläser werden hauptsächlich für das Einmachen von Früchten und Obst sowie das Einlegen beispielsweise von sauren Gurken verwendet. Sie lassen sich aber genauso gut für das Abfüllen von Marmeladen und Konfitüren nutzen. Das Weckglas besitzt einen relativ breiten, geschliffenen Rand, auf dem der zylindrische Deckel zu liegen kommt. Beim Einmachen wird ein spezieller Weckgummiring auf den Rand gelegt. Er sorgt für einen luftdichten Abschluss, nachdem durch das Erkalten ein Vakuum im Glas entstanden ist. Damit das Glas auch vorher dicht geschlossen ist, wird zunächst eine Metallklammer aufgesetzt. Zum Öffnen des Weckglases zieht man den Gummiring an einer dafür vorgesehenen Nase seitlich aus dem Spalt zwischen Glas und Deckel. Auch beim Weckglas kann die Marmelade zusätzlich durch das Auflegen einer Scheibe Cellophan geschützt werden.

 

Eine moderne Alternative zum Marmeladenglas

Besonders für zuckerarme Fruchtaufstriche bieten sich Gefrierboxen als moderne Alternative zu Marmeladengläsern an. Da der Zucker konservierend wirkt, sollten solche Fruchtzubereitungen nach dem Erkalten im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe aufbewahrt werden. Das ist natürlich nur dann notwendig, wenn keine anderen Konservierungsmittel genutzt wurden. Bei diesen Kunststoffboxen ist darauf zu achten, dass die Gefäße das Einfüllen der heißen Fruchtmasse verkraften. Die Maximaltemperatur ist üblicherweise auf dem Gefäß angegeben und sollte über 100° C liegen.