Wissensbereich - Bio-Rohrohrzucker

ZuckerrohrBio-Rohrohrzucker stammt aus dem Saft des Zuckerrohrs, das heute überwiegend in Brasilien, USA, Kuba, Australien, Südafrika und auf den Philippinen angebaut wird. Bio-Rohrohrzucker ist ein Naturprodukt, das besonders schonend hergestellt wird, um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten. Das frisch geerntete Zuckerrohr wird durch Walzen ausgepresst, der ausgetretene Saft wird gefiltert und durch langsames Köcheln eingedickt, danach getrocknet und gemahlen. Er enthält einen kleinen Prozentsatz Melasse, was ihm seinen unvergleichlichen, karamellartigen Geschmack verleiht. Je nach Anbaugebiet und Melassegehalt kann Rohrzucker  in Farbe und Geschmack variieren. Achtung: Nicht jeder braune Zucker wird aus hochwertigem Zuckerrohr gewonnen, er kann auch aus raffiniertem, eingefärbten Rübenzucker hergestellt sein, der keine gesundheitlich wertvollen Stoffe mehr enthält. 


Die Geschichte des Zuckers

Der Wunsch nach Süße ist vermutlich so alt wie die Menschheit. Die Geschichte des Zuckers lässt sich bis circa 400 v. Chr. nach Polynesien zurückverfolgen, wo das Zuckerrohr herstammt. In Indien wird es seit dem 5. Jahrhundert angebaut, von dort brachten Kreuzfahrer im 7. Jahrhundert den Zucker nach Europa, wo bis dahin nur Honig oder natürlicher Zucker aus gekochten Früchten zum Süßen zur Verfügung stand. Der importierte Zucker war lange Zeit ein nahezu unerschwingliches Luxusgut, das zunächst als Heilmittel gegen Hauterkrankungen und Fieber eingesetzt wurde. Erst ab dem Mittelalter wurde Zucker von den Reichen Europas zum Süßen genutzt. Die Portugiesen brachten das Zuckerrohr im 16. Jahrhundert nach Südamerika und bauten es großflächig in Brasilien an. Araber und Spanier pflanzten zuerst in Sizilien und Südspanien Zuckerrohr, verlagerten den Anbau aber später in ihre Kolonien in der Karibik. Über 200 Jahre blühte der Zuckerhandel mit Europa und brachte den Kolonialmächten gewaltigen Reichtum. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in Deutschland der Zucker aus der heimischen Runkelrübe entdeckt und daraus entwickelte sich recht schnell eine unabhängige Zuckerindustrie. Der einheimische Rübenzucker war viel billiger als Rohrzucker und wurde dadurch für breite Teile der Bevölkerung erschwinglich.


Bio-Rohrohrzucker hält dem Vergleich mit raffiniertem Rübenzucker mühelos stand

Rohrohrzucker kann natürlich überall dort eingesetzt werden, wo weißer Zucker verwendet wird. Er besitzt eine mildere Süße als der weiße Zucker, was bei vielen Genießern erwünscht ist. Bio-Rohrohrzucker hat einen feinen, unaufdringlichen Geschmack, der Süßspeisen eine besondere Note verleiht, aber trotzdem das Aroma der Zutaten nicht überdeckt. Im Kaffee oder Tee ist er besonders zu empfehlen. Naturbelassener Bio-Rohrohrzucker gehört zu den gesündesten und bekömmlichsten Süßmitteln überhaupt. Er enthält einen hohen Anteil an Mineralien wie Calcium, Eisen und Magnesium und darüber hinaus wichtige B-Vitamine. Im raffinierten weißen Zucker sind keinerlei wertvolle Inhaltsstoffe mehr enthalten, er ist sogar nachweislich gesundheitsschädlich. Hoher Konsum weißen Zuckers übersäuert den menschlichen Körper, die Zellen verschlacken, der Stoffwechsel wird verlangsamt und die Fetteinlagerung begünstigt. Die Bauchspeicheldrüse schüttet bei jeder Zuckeraufnahme Insulin aus, was sie im Lauf der Zeit überbeansprucht, bis sie ihren Dienst versagt - die Folge ist Diabetes. Übermäßiger Säuregehalt im Blut, entstanden durch reichlichen Verzehr raffinierten Zuckers, wird vom Körper mit Calcium neutralisiert, das den Knochen entzogen wird, wenn es nicht ausreichend mit der Nahrung aufgenommen wurde - die Osteoporose ist vorprogrammiert. Bio-Rohrohrzucker, in Maßen genossen, hat wegen seines Mineralstoff- und Vitamin-Gehalts eindeutig weniger gesundheitliche Nachteile.